Österreich

Operation am offenen Theaterherzen

Die Augen von Leopold Denk bekommen einen besonderen Glanz, wenn er vom Wiener Burgtheater spricht: „Es ist schon ein ganz besonderer Ort. Ich komme mit meiner Frau sehr oft hierher.“ Denk liebt das Theater. So wie der 57-jährige Ingenieur von Bosch Rexroth haben viele der 1,7 Millionen Wiener ein besonderes Verhältnis zum Burgtheater. Die Wiener sind ein anspruchsvolles Publikum, das künstlerische Provokation sogar erwartet. Nur schlechte Leistung duldet man nicht.

Der Erwartungsdruck des Publikums übertragt sich nicht nur auf die Schauspieler auf der Bühne. Hinter den Kulissen engagieren sich alle mit Herzblut für „ihre Burg“. Schauspieler, Bühnenbauer, Technik – alle sind eine große Familie, die fest füreinander einsteht.

Es ist schon ein ganz besonderer Ort. Ich komme mit meiner Frau sehr oft hierher.
Leopold Denk

Technik fürs Leben – wie Bosch Technologie weltweit Menschen hilft und begeistert.

Teaser link icon

Wer als Externer so nahe am Allerheiligsten mitwirken darf, muss viel Vertrauen in der Burgtheaterfamilie genießen. Am besten selbst Theater leben und mitleiden. Leopold Denk tut genau das. Gleichzeitig versteht er als Experte von Bosch Rexroth sehr viel von Bühnentechnik.

Und das ist auch notwendig, denn was aktuell hinter den Kulissen abläuft, ist alles andere als Routine. Denn das Burgtheater braucht eine neue Bühnensteuerung. Das bedeutet einen Eingriff ins Allerheiligste – sozusagen eine Operation am offenen Theaterherzen. Alles muss fehlerfrei ablaufen, sonst tritt das Undenkbare ein. Der Betrieb, der sonst nur zu Karfreitag, an Weihnachtsabend und wenige Wochen im Sommer ruht, würde sonst zusammenbrechen. Mitten in diesem emotionsgeladenen Spannungsfeld soll nun Bosch Rexroth die Bühnentechnik erneuern. „Wir bauen hier eine Bühnensteuerung ein, die es so noch in keinem anderen Theater gibt“, erklärt Denk sichtlich stolz.

Dass er ausgerechnet hier hinter den Kulissen arbeiten darf, ist die Erfüllung eines lange gehegten Traums für den regelmäßigen Burgtheater-Besucher: „Ich habe fast zehn Jahre auf diesen Moment gewartet.“

Bosch Rexroth hat viel Erfahrung mit der Ausstattung von Bühnen in aller Welt. Auch das berühmte Moskauer Bolschoi ist mit Technik der Bosch-Tochter ausgerüstet. Das weiß auch Ernst Meissl, der technische Direktor des Burgtheaters: „Diese Leute sind Virtuosen ihres Fachs. Sie wollen die Technik von Anfang an voll beherrschen“.

Wenn alles steht, kann die komplizierte Maschinerie für Bühne und Kulissen sogar aus dem Zuschauerraum von einem Funkpult gesteuert werden. Die Regie erhält so nicht nur einen genauen Überblick aus Sicht des Publikums beim Wechsel der Bühnenbilder, sondern kann bei Bedarf nachjustieren – eine Fingerbewegung genügt. Zudem messen Sensoren genau die Belastung an den Latten, wo die Kulissen aufgehängt sind. So ist ein genaues und synchrones Auf und Ab auch komplexer mehrteiliger Bühnenbilder möglich.

Diese Leute sind Virtuosen ihres Fachs. Sie wollen die Technik von Anfang an voll beherrschen.
Ernst Meissl, technischer Direktor

Fakten zum Wiener Burgtheater

Erbaut: 1888
Zuschauer: 1,340
Sitzplätze: 1,175
Bühnenfläche: 780 m²