Boschler in der Arbeitszeit – Bergretter in der Freizeit
Tagsüber Gruppenleiter für die Fertigungsplanung im Werk Hallein, in der Freizeit Lebensretter in alpinen Notlagen. Christian Datzmann führt auf den ersten Blick eine Art Doppelleben. Wie er diese beiden anspruchsvollen Welten miteinander vereint und welche Parallelen sie aufweisen, verrät er im Gespräch.
Aufgewachsen in einem Bergdorf und selbst begeisterter Kletterer, war der Weg zur Bergrettung für Christian (34) eine logische Konsequenz. Die Entscheidung fiel um das Jahr 2011. Nach einer anspruchsvollen, dreijährigen Ausbildung in Notfallmedizin, Sommer- und Luftrettung wurde er offiziell zum Bergretter. Diese Tätigkeit übt er rein ehrenamtlich aus und investiert neben unzähligen Stunden auch privates Geld in seine Ausrüstung.
Seit 2012 ist der ausgebildete Bergretter am Bosch-Standort in Hallein tätig, wo er heute als Gruppenleiter ein elfköpfiges Team von Fertigungsplaner*innen leitet. Die Aufgaben sind komplex und international: Sie reichen von der Maschinenbeschaffung über die Planung neuer Montagelinien für globale Standorte bis hin zur Qualitätsplanung für Produkte wie den Großdiesel-Injektor oder das Gasventil. Es ist eine verantwortungsvolle Position, die strategisches Denken und präzise Koordination erfordert – oft in enger Zusammenarbeit mit Teams in Brasilien, China und den Vereinigten Staaten. Doch wenn der Arbeitstag endet, beginnt für Christian oft ein ehrenamtlicher Dienst, der eine ganz andere Art von Einsatz verlangt.
"Man braucht blindes Vertrauen, die Zusammenarbeit muss reibungslos funktionieren."
Teamfähigkeit, Entscheidungsfreude und Anpassungsfähigkeit
Ob bei der Planung einer Fertigungslinie oder bei einem Rettungseinsatz am Berg – auf eine Eigenschaft kommt es für Christian besonders an: Teamfähigkeit. "Bei der Bergrettung rückt man immer im Team aus, mindestens zu dritt", erklärt er. "Man braucht blindes Vertrauen, die Zusammenarbeit muss reibungslos funktionieren." Dieses Vertrauen und die klare Kommunikation sind auch in seinem Job bei Bosch unerlässlich, um Projekte erfolgreich voranzutreiben. So ist bei einem Rettungseinsatz die Entscheidungsfreude unter Druck erfolgskritisch, ähnlich wie bei Bosch, wo zeitnahe und fundierte Entscheidungen den Projektfortschritt sichern. Die extreme Belastbarkeit und die Fähigkeit, in langen, fordernden Einsätzen mit Stress umzugehen, helfen ihm, den Arbeitsalltag zu relativieren und auch in hektischen Phasen die Übersicht zu bewahren. In seinen verschiedenen Rollen als Bergretter, Einsatzleiter oder Luftretter muss er stets den Überblick behalten und die Koordination steuern – eine Fähigkeit, die sich direkt auf seine Tätigkeit als Gruppenleiter überträgt, wo er sein Team und diverse Projekte gleichzeitig managt.
Eine wichtige Unterstützung durch Bosch
Rund zehn bis 30 Einsätze pro Jahr sind für ihn die Regel. Besonders in Erinnerung bleiben dabei nicht die spektakulären, sondern die emotionalen Momente – etwa, wenn Einheimische oder Bekannte betroffen sind. Um für diese Einsätze verfügbar zu sein, ist Flexibilität entscheidend. Bosch unterstützt dieses wichtige ehrenamtliche Engagement durch eine flexible Arbeitskultur. "Die Möglichkeit, meine Arbeit flexibel zu gestalten, ist eine enorme Hilfe, um bei Bedarf für Einsätze verfügbar zu sein", erzählt der Kollege. "Diese Unterstützung durch Bosch schätze ich sehr. Ohne dieses Entgegenkommen könnte ich mein Ehrenamt bei der Bergrettung nicht in diesem Ausmaß ausüben."