Simon Fluch: zwischen Zeitzonen, Standorten und Technologien
Von Österreich aus die ganze Bosch-Welt mitgestalten – das ist für viele Kolleginnen und Kollegen gelebter Arbeitsalltag. "Von Bosch-Österreich in die Bosch-Welt" stellt Kolleg*innen vor, die von Österreich aus in internationalen Teams und globalen Projekten eine Schlüsselrolle spielen. Ihre Geschichten geben Einblick, wie sich globale Aufgaben meistern lassen, welche Chancen sich daraus ergeben und wie die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg funktioniert.
Wenn Simon Fluch heute mit japanischen Automobilherstellern zusammenarbeitet, bringt er Erfahrungen aus verschiedenen Bosch-Welten ein. Nach Stationen in Österreich und Rumänien ist er heute als Manager für Hardware in Tokio tätig und bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kund*innen, Entwicklungsteams und unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Gemeinsam mit einem Kollegen erhielt er vor knapp zwei Jahren den Auftrag, die Bosch-Kompetenzen für japanische Kund*innen weiter auszubauen und internationale Entwicklungsressourcen mit den Anforderungen des lokalen Marktes zu verknüpfen.
Dabei begleitet er Projekte über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Kund*innen, Entwicklungsteams und verschiedenen Bosch-Bereichen. Neben Validierungsthemen und der Musterkoordination gehören vor allem internationale Abstimmungen mit Teams in Asien, Europa und Australien zu seinem Arbeitsalltag. So trägt er dazu bei, globale Bosch-Kompetenzen erfolgreich für den japanischen Markt nutzbar zu machen. „Meine Aufgabe besteht darin, die richtigen Kompetenzen zur richtigen Zeit zusammenzubringen. Erfolgreiche Lösungen entstehen dann, wenn Kundenanforderungen, technisches Know-how und internationale Zusammenarbeit ineinandergreifen“, sagt Simon.
Internationale Zusammenarbeit prägte ihn bereits vor seinem Wechsel nach Japan. Als Führungskraft in verschiedenen Bosch-Organisationen sammelte er umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Teams unterschiedlicher Kulturen und Standorte. Diese Erfahrungen beeinflussen bis heute seinen Führungs- und Arbeitsstil.
Expertise aus dem Bosch Engineering Center Vienna
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist das breite Know-how innerhalb von Bosch Österreich. Viele Kompetenzen, auf die japanische Kund*innen heute zugreifen, wurden auch über Jahre im Bosch Engineering Center Vienna (BECV) aufgebaut. Dazu gehören unter anderem Hardware-Entwicklung, Validierung, EMV-Kompetenz (EMV: Elektromagnetische Verträglichkeit) sowie etablierte Methoden und Prozesse.
Für Simon zeigt sich hier die Stärke eines globalen Entwicklungsverbundes: „Das Bosch Engineering Center Vienna genießt international einen hervorragenden Ruf. Viele der Kompetenzen, die heute weltweit gefragt sind, wurden dort über Jahre aufgebaut. Für unsere Kund*innen entsteht echter Mehrwert, wenn wir dieses Wissen international vernetzen.“ Als Schnittstelle zwischen den Teams vor Ort und den Expert*innen in Österreich begleitet er anspruchsvolle Kundenprojekte und bringt unterschiedliche Kompetenzen zusammen. „Ich bin zwar vor Ort, aber die Arbeit funktioniert nur, weil so viele Kolleg*innen aus dem BECV ihr Wissen einbringen. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen diesen Kompetenzen und unseren Kund*innen.“
Globale Teams, gemeinsame Lösungen
Eine der größten Herausforderungen im internationalen Umfeld besteht darin, globale Standards mit lokalen Kundenanforderungen in Einklang zu bringen. Hier profitieren Kund*innen und Teams gleichermaßen von Simons internationaler Erfahrung. Durch seine Tätigkeit in verschiedenen Ländern kennt er sowohl die Arbeitsweise der globalen Bosch-Entwicklungsorganisationen als auch die Erwartungen japanischer Automobilhersteller. Dadurch gelingt es ihm, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, Missverständnisse frühzeitig zu vermeiden und Projekte effizient voranzutreiben.
Sein Arbeitsalltag erstreckt sich über mehrere Zeitzonen. Während vormittags lokale Kundentermine in Japan stattfinden, folgen später Abstimmungen mit Expert*innen aus Indien, Australien und Europa. „Die technische Idee ist oft dieselbe. Entscheidend ist, wie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam daran arbeiten. Wenn es gelingt, verschiedene Sichtweisen zu verbinden, entstehen die besten Lösungen.“
Mit Offenheit neue Perspektiven gewinnen
Derzeit befindet sich Simon in der zweiten Hälfte seines Japan-Einsatzes. Die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit internationalen Kunden, unterschiedlichen Kulturen und global verteilten Entwicklungsteams betrachtet er als wertvolle Grundlage für zukünftige Aufgaben innerhalb des Bosch-Netzwerks. „Internationale Zusammenarbeit eröffnet neue Perspektiven. Man lernt, Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und Lösungen zu entwickeln, die über einzelne Standorte oder Organisationen hinausgehen.“
Für ihn steht dabei vor allem der nachhaltige Beitrag zum Unternehmenserfolg im Vordergrund: „Die Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern und Organisationen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen, Kompetenzen und Kundenbedürfnisse zusammenzubringen. Diesen Beitrag möchte ich auch künftig leisten und damit die internationale Zusammenarbeit innerhalb des Bosch-Netzwerks weiter stärken.“
Auch persönlich war der Wechsel nach Japan eine prägende Erfahrung. Gleichzeitig betont Simon, dass ein internationaler Einsatz immer ein gemeinsames Projekt ist. „Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre dieser Schritt nicht möglich gewesen. Internationale Erfahrungen prägen nicht nur die berufliche Entwicklung, sondern auch die persönliche.“ Gemeinsam haben sie sich auf das Leben in einem neuen Land eingelassen und die Herausforderungen eines internationalen Einsatzes gemeistert. Rückblickend würde er sich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden und ermutigt auch andere Kolleg*innen, Chancen im Ausland offen gegenüberzustehen. „Wer bereit ist, Verantwortung in einem internationalen Umfeld zu übernehmen, gewinnt Erfahrungen, die weit über den fachlichen Bereich hinausgehen. Genau diese Erfahrungen machen die Zusammenarbeit im globalen Bosch-Netzwerk so wertvoll.“